Wie erhalte ich ein schönes Bokeh beim Fotografieren?

Tiffi ist umschlossen von einem heftigen "swirlenten" Bokeh. Als "swirlent" bezeichnet man ein Bokeh, wenn es, wie hier, wie ein Strudel zu drehen scheint. Man kann prima die Blendenöffnung erkennen und wie sie sich zum Rand hin immer stärker oval verformt. (Objektiv: Helios 44-7, Blende 2.0)
Tiffi ist umschlossen von einem heftigen “swirlenten” Bokeh. Als “swirlent” bezeichnet man ein Bokeh, wenn es, wie hier, wie ein Strudel zu drehen scheint. Man kann prima die Blendenöffnung erkennen und wie sie sich zum Rand hin immer stärker oval verformt. (Objektiv: Helios 44-7, Blende 2.0)

Die Theorie

Ein bisschen zur Theorie: was sagt denn die Wikipedia zur Definition des Begriffs “Bokeh”?

“Bokeh (boke „unscharf, verschwommen“) ist ein in der Fotografie verwendeter Begriff für die Qualität eines Unschärfebereichs. Unscharfe Gebiete eines Fotos werden von einem Objektiv erzeugt. Sie sind sozusagen „Erfindungen“ des Objektivs; das Auge sieht die Unschärfen nicht oder anders.
Bokeh versucht, die meist subjektive ästhetische Qualität dieser objektivabhängigen Unschärfen zu kennzeichnen; dabei geht es nicht um die Stärke der Unschärfe, sondern darum, wie die Unschärfebereiche aussehen, etwa wie Ringe oder Kreise.”

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bokeh)

Wodurch wird das Bokeh beeinflusst?

Das Bokeh wird stärker, je offenblendiger Ihr fotografiert. Offenblendig bedeutet, Ihr lasst viel Licht durchs Objektiv auf den Sensor fallen. Dabei ist die Blendenzahl niedrig. Zum Beispiel F1.8 oder F2.8.

Auch der Abstand zwischen Hintergrund, fokussiertem Objekt (also dem Objekt das ihr scharf stellt) und Eurer Kamera, wirken sich auf das Bokeh aus.

Ebenso wirkt sich die Brennweite auf das Bokeh aus: je größer die Brennweite, desto stärker ist das Bokeh. Das heißt, mit einem 85mm ist es einfacher, ein starkes Bokeh zu erzeugen, als mit einem 24mm Objektiv.

Auch die Sensorgröße hat Einfluß aus das Bokeh: je größer der Sensor, desto stärker ist das Bokeh. Das ist auch der Grund, warum Fotos, die mit einem Handy (sehr kleiner Sensor) gemacht wurden, oft nur sehr wenig Unschärfe aufweisen.

Zusammenfassung:

Um ein kräftiges Bokeh zu erreichen kommt man also zu der vereinfachten Formel:

  • lange, große Brennweite (Brennweite von 50mm aufwärts)
  • möglichst große Blendenöffnung (Blende F2.8 oder weniger)
  • der Abstand zwischen fokussiertem Objekt und Kamera sollte möglichst gering sein
  • der Abstand zwischen fokussiertem Objekt und dem Hintergrund sollte möglichst groß sein
Das Bokeh auf diesem Foto ist weniger stark, weil die Blende kleiner ist und der Hintergrund näher am fokussiertem Objekt liegt. Es erfüllt dennoch seinen Zweck: es stellt die im Vordergrund befindliche Pflanze heraus. (Objektiv: Helios 44-7, Blende 4)
Das Bokeh auf diesem Foto ist weniger stark, weil die Blende kleiner ist und der Hintergrund näher am fokussiertem Objekt liegt. Es erfüllt dennoch seinen Zweck: es stellt die im Vordergrund befindliche Pflanze heraus. (Objektiv: Helios 44-7, Blende 4)

Alte manuelle Objektive haben meist ein besonderes Bokeh

Einige Fotografen schwören darauf, dass Objektive, die besonders alt sind, das “schönste” Bokeh haben. Hierbei ist anzumerken, dass bei der Unschärfe alter Objektive oft noch fehlerhafte Abbildungen dazu kommen. Das resultiert aus den damals noch nicht so genau berechneten und hergestellten Linsen. Was man früher schnell als “Fehler” ansehen konnte, wird heute aber sehr gezielt eingesetzt.

Objektive modifizieren

Manche Fotografen, die besonders talentiert im Öffnen und Verändern von Objektiven sind, “modifizieren” ihre Objektive. Sie schrauben sie auf und drehen manche Linsen oder entfernen sie. Dadurch können sehr interessante Effekte entstehen und das Bokeh kann noch intensiver werden.

Damit haben wir Euch hoffentlich einige Anregungen geben können.

Wenn Ihr weitere Anmerkungen, Fragen oder Kommentare habt, dann schreibt sie uns doch in die Kommentare untere diesen Blog.

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